Therapeutischer Schwerpunkt
Entsprechend eines psychodynamischen Therapieansatzes gehe ich davon aus, dass Symptome Bewältigungs- und Lösungsversuche von innerseelischen Konflikten und/oder Beziehungsproblemen, Entwicklungskrisen, familiären oder schulischen Überforderungssituationen oder traumatischen Erfahrungen sind.
Der Säugling, das Kind und auch der Jugendliche teilen uns mit ihren Symptomen ihre Befindlichkeiten mit. In der Therapie wollen wir versuchen, diese Botschaften zu verstehen und gemeinsam andere, gegebenenfalls geeignetere Lösungsstrategien zu finden.
Im Mittelpunkt der therapeutischen Arbeit steht der Aufbau einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung, die die Möglichkeit eröffnet, die Dinge im geschützten therapeutischen Rahmen, außerhalb der täglichen Realität zu betrachten und zu bewerten.
Dabei werden je nach Alter verschiedene Ausdrucksformen benutzt: Malen, Spielen, Träume, Gespräche. Das Spiel wird dabei als besondere Sprache des Kindes verstanden, mit deren Hilfe innere Konflikte, aber auch Wünsche, Gefühle, Nöte, Hoffnungen und Ziele zum Ausdruck gebracht werden. Kinder berichten weniger über sich selbst und ihre Probleme, sondern öffnen sich handelnd in Rollen- und Symbolspielen, durch Malen, Zeichnen oder das Sandspiel und in der Beziehung zum Therapeuten. Jugendliche nutzen eher das Gespräch.
Hierdurch kann eine Entwicklung eingeleitet werden, in der die unbewussten inneren Konflikte zum Ausdruck kommen, verarbeitet und integriert werden wodurch es dann möglich ist , neue Wege zu gehen.
Selbstverständlich ist Ihre Mitarbeit als kompetente Eltern notwendig, daher finden regelmäßige Elterngespräche etwa im Verhältnis 1:4 statt, in denen Sie Ihre eigene Sichtweise einbringen können und von Ihren Sorgen bezüglich des Kindes entlastet werden.
Mit therapeutischer Hilfe werden Sie befähigt, die intrapsychischen Konflikte Ihres Kindes auch im Zusammenhang mit evt. eigenen lebensgeschichtlichen Belastungen und familiären Konstellationen zu verstehen und notwendige Veränderungen im Umgang mit Ihrem Kind einzuleiten. Dieser Erkenntnisprozess setzt eine Bereitschaft zur Offenheit voraus, eine Bereitschaft Probleme und Konflikte nicht zu verleugnen, sondern wahrzunehmen, sich selbst, das Familiensystem und die Elternsituation gemeinsam mit dem Therapeuten Ihres Kindes konstruktiv kritisch zu betrachten und zu reflektieren und gemeinsam ressourcenorientiert zu verändern.
Kindertherapie ist keine Reparatur von außen durch den Therapeuten, es gibt auch keine einfachen Tipps und Ratschläge oder gar Bedienungsanweisungen, Kindertherapie erfordert immer auch eine eigene Entwicklung bei den Bezugspersonen.
Oft ist dieser Prozess bei den Eltern mit Angst, Unsicherheit, Zweifeln, Ärger, Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen verbunden, aber die Elterngespräche dienen keineswegs dazu, Vorwürfe und Schuldzuweisungen auszusprechen. Das Ziel der Elterngespräche besteht eher darin, einen Erkenntnisprozess einzuleiten, in dem evt. auch solche unangenehmen Gefühle auftreten können, dann wahrgenommen und integriert werden müssen. Eltern sollen in ihrer oft schwierigen Situation wertschätzend anerkannt und Schwierigkeiten mit einer wohlwollenden Grundhaltung bearbeitet werden.
Die beste Voraussetzung für die gesunde Entwicklung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen ist, wenn sie in einem sicheren, für sie überschaubaren und stabilen Beziehungsumfeld aufwachsen.

Manchmal führen schwierige Umfeldbedingungen zu besonderen Belastungen, die sich in verschiedenen Symptomen äußern:
- bei Säuglingen kann es zu Schrei-,Schlaf- oder Essstörungen kommen
- Kleinkinder reagieren evt. mit Spielstörungen, sprechen nicht oder verzögert, werden verspätet sauber und trocken, können nicht allein sein, haben große Ängste
- Schulkinder können Schwierigkeiten sowohl beim Lernen als auch im Kontakt mit ihren Mitschülern und Lehrern entwickeln, sie finden keine Freunde oder streiten sich ständig mit ihnen
- Jugendliche schaffen es manchmal nicht in der Pubertät, sich angemessen mit den Erwachsenen auseinander zusetzen,ihre innere Balance geht verloren, sie ziehen sich zurück, leiden unter heftigen Stimmungsschwankungen, schädigen sich selbst und andere oder beschließen, nicht mehr essen zu wollen, manche versuchen ihren Kummer im Alkohol zu ertränken oder entwickeln anderes Suchtverhalten, wie auch das Spielen.
- In jeder Altersgruppe kann sich die seelische Not auch in Form zahlreicher körperlicher Beschwerden wie Kopf- und Bauchschmerzen ausdrücken.
- Häufig geht die Erkrankung auch mit einer Störung in der Eltern- Kind- Beziehung einher.

Indikationen für eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie mit Säuglingen ,Kindern und Jugendlichen
- Interaktionsstörungen zwischen Mutter/ Vater und Kind mit Schrei-, Ess- und Schlafstörungen, verstärkte Trotzphase, Spielunlust
- Bindungsstörungen
- emotionale Störung des Kindesalters mit und ohne Trennungsangst
- Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in Kindheit und Jugend
- Anpassungs- und Belastungsstörungen
- Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Symptomen
- Angst- und Zwangsstörungen
- Einnässen / Einkoten
- Essstörungen
- Identitätssstörungen
- Schulunlust/ Schulversagen
- posttraumatische Belastungsstörungen, Traumafolgestörungen
- Pflegekinder/ Adoptivkinder in schwierigen Lebenssituationen
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